Sonntag, 10. Februar 2013

8 . Kapitel : Abenteuer Auto !

Obwohl ich Berlin so gut kannte wie meine Westentasche, verlor ich komplett die Übersicht , als ich zum ersten Mal mit Auto durchs Brandenburger Tor fuhr. Ich hatte nicht mehr die geringste Ahnung durch welche der Arkaden ich fahren musste. Ich hielt also den Wagen an , und dadurch mussten auch alle Autos hinter mir erstmal anhalten. Damals gab es vor dem Tor einen Sockel, mitsamt einem Verkehrspolizisten. Dieser verlangte meinen Führerschein zu sehen...hinter mir hupten bereits sämtliche Fahrer , der Polizist sah aber sofort, dass ich meinen Führerschein in Swinemünde gemacht hatte, also "auf dem Lande", daher zuckte er nur mit den Achseln und winkte uns weiter.... währenddessen hatte ich mich auch erinnert wo ich hin musste.....



Autofahren damals war ohnehin mit einiger Arbeit verbunden. Zwischen dem "modernen" Opel des Jahres 1928 und dem Stoever mit dem ich gelernt hatte, gab es himmelweite Unterschiede. Die Gangschaltung lag innen, wie heutzutage auch, der Tank war hinten, was eine Neuheit war, da der Tank bis dato vorne unter der Motorhaube war, damit das Benzin direkt in den Vergaser fliessen konnte. An der Steuersäule gab es eine Luftpumpe, mit der man ungefähr 2 Atmosphären Druck in den Tank pumpen musste, damit wiederum der Sprit nach vorne gedrückt wurde. Während der Fahrt sorgte eine kleine Pumpe, die mit der Nockenwelle verbunden war, für den nötigen Druck! Und alles hätte wunderbar geklappt, wenn es denn genauso funktioniert hätte wie vom Erbauer geplant ....was es allerdings nicht tat , denn die Pumpe musste ununterbrochen vom Staub gereinigt werden und auch die andere tat ihre Pflicht nicht immer.




Als  ich einmal  80 Kmh fuhr , musste ich auch zeitgleich die ganze Zeit mit einer Hand pumpen, und das war sehr anstrengend.
Die Scheibenwischer wurden noch mit der Hand betrieben und Blinker gab es noch nicht, dafür aber zwei kleine ausklappbare Pfeile die aussen an der Karosserie angebracht waren. Sie waren beleuchtet und funktionierten manchmal sogar !
Innenraumheizung gab es erst später  bis dahin behalf man sich mit einem kleinen  Öfchen , mit  Hartbenzin betrieben, damit man nicht erfror. Nachts stellte man es unter die Motorhaube, damit der Motor nicht einfror!



Während der Zuckerrübenernte war es ganz besonders schlimm zu fahren, denn die Hufnägel der Pferde lagen auf der Strasse den ganzen Weg entlang und einmal musste ich an einem Tag ganze acht Mal die Reifen flicken, höchstpersönlich....

Eines der ersten Autos ueberhaupt! Einer dieser Männer war mein Stiefvater in seiner Jugend...die Autos sahen zu diesem Zeitpunkt noch wie Kutschen ohne Pferde aus.



2 Kommentare:

  1. Hallo, Nina
    Ich hab dieses "Buch" geschikt bekommen von Papi,
    Er w"urde sich bestimmt freuen das Du das Blogierst"!!!!!

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  2. Ja, ich glaube er wuerde es moegen...ich mache es aber auch fuer uns!Es ist schade wenn Geschichte verloren geht!

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