Sie wollte mit der restlichen Familie und unseren Sachen nachkommen, sobald ich dort angekommen sei, damit wir sofort mit den Vorstellungen beginnen könnten.
Wir mussten ja so schnell wie möglich wieder Geld verdienen, da wir keins mitnehmen durften.
Das wunderschöne Schiff meiner Überfahrt hiess "Monte Pascoal". Die Atmosphäre veränderte sich schlagartig sobald alle Reisenden an Bord waren. Man konnte glatt vergessen das es sowas wie Nazis gab. Die Besatzung war mehr als nur freundlich .
Die meisten Passagiere waren jüdischer Herkunft, die genau wie ich es irgendwie geschafft hatten, ein Visum zu ergattern. Fast alle wollten nach Argentinien. Viele kamen mit rasierten Schädeln direkt aus einem der Konzentrationslager. Ich erinnere mich noch genau an einen älteren jüdischen Herrn, der bis auf das Skelett abgemagert war. Während der dreiwöchigen Überfahrt, wurde er täglich etwas runder und gesunder .
Die Kabinen waren erstklassig, wir hatten ja auch die 1. Klasse buchen müssen...und natürlich Hin - und Rückfahrt, obwohl keiner von uns zurueck wollte.
Endlich kamen wir in Rio de Janeiro an. Die Einfahrt in den Hafen war unbeschreiblich und die Gefühle mit denen wir alle an Land gingen, waren noch unbeschreiblicher....alles war fremd und exotisch.
Mein Onkel stand am Kai und ich war darüber sehr erleichtert. Keine Ankunft in einem fremden Land, das man nicht kennt, ist so rosig wie man es sich vorgestellt hatte und so kam es , dass ich gleich nach meiner Ankunft bemerken musste, das alles nicht sehr einfach werden würde und nur das Entkommen alleine, keine meiner Probleme loesen würde.
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| Fredy mit der restlichen Familie auf ihrer eigenen Überfahrt.... |



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