Montag, 11. Februar 2013

14 . Kapitel : Über Erscheinungsbilder und Eitelkeiten

Im Prinzip muss man auch einfach mal sagen, die Deutschen wussten eigentlich überhaupt nicht wie ein Jude auszusehen hatte. Es gab eine von Julius Streicher herausgegebene Zeitung genannt " Der Stürmer , die sich in der Judenhetze wirklich von nichts übertreffen liess. Sie brachte regelmaessig Karikaturen heraus und damit ein Judenbild , das mit der Wirklichkeit  nichts zu tun hatte.


 Juden sahen nämlich eigentlich genauso aus wie alle anderen Menschen Deutschlands. Sie waren längst nicht mehr "reinrassig", wie es denn damals so schön hiess. Es gab eine grosse Anzahl Mischehen. Als Hitler sein Zerstörungswerk begann, gab es in Deutschland 500.000 Juden und 3 Millionen Halb-und Vierteljuden, eine zumindest recht sonderbare Bezeichnung für die Mitglieder einer Religionsgemeinschaft ...es gibt ja auch keine Halb-und Viertel Christen!
Soweit zum Thema des Erscheinungsbildes der Juden , für mich während der Judenverfolgung von ganz spezieller Wichtigkeit!

Bei uns lief jetzt erstmal alles ganz normal weiter, wir waren in Salzburg, es ging uns gut, denn wir hatten Ferien. Da kam Fredy der unselige Gedanke, dass es eine Schande sei , einen ganzen Sommer lang nichts zu tun und damit "dem lieben Gott seine Zeit zu stehlen", wie er es nannte. So wollte er also ein Sommertheater in Form eines Freilichttheaters eröffnen. Das ausgewählte Stueck hiess "Prinz Eugen" ,und handelte somit von einer ehrwürdigen Gestalt der österreichischen Geschichte . Die Eitelkeit spielte bei dieser Idee eine ziemlich grosse Rolle, denn er sah sich im Geiste bereits als Prinz Eugen , hoch zu Ross, die Bühne erobern!




Sowohl meine Mutter, als auch ich , taten alles um ihn davon abzuhalten, aber es gelang uns nicht. er bekam von der Stadt die Front des Schlosses Hellbrunn als Bühne zur Verfügung gestellt und los gings! 
Da wir ihn vor dem Wetter und desses Risiken gewarnt hatten , immerhin regnet es in Salzburg sehr viel,  schloss er eine Regenversicherung ab. Dann wurde das Stueck  inszeniert, 100 Statisten angeworben, Kostüme angeschafft, kurz und gut : ein Vermögen wurde ausgegeben!
Die erste Vorstellung fand dann aber nie statt denn :
Das murphysche Gesetz setzte sich in Gang und es regnete VOR der Vorstellung, sodass niemand sich auf die aufgestellten Bänke setzen konnte...es regnete dann auch NACH der nicht stattgefundenen Vorstellung, und logischerweise zahlte die teure abgeschlossene Regenversicherung nicht auch nur einen Pfennig, denn während der versicherten Zeit regnete es natürlich NICHT!
Uns blieben daher nur ein paar Fotos mit Fredy hoch zu Ross und finanzielle Sorgen bis zur nächsten Tournee....

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