Montag, 11. Februar 2013

18 . Kapitel : Der Anschluss und seine Folgen...

Und dann kam das Jahr 1938....
Wir waren gerade in Deutschland, da hoerten wir von dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich.
Das hoert sich jetzt erstmal sehr schlimm an, aber es war durchaus keine Vergewaltigung einer kleinen Nation.
Ganz im Gegenteil! Die Österreicher waren begeistert . Sie wollten den Anschluss !

http://www.wien-vienna.at/geschichte.php?ID=102

Ausnahmen gab es nur in Wien, aber Wien war ja auch nur offiziell ein Teil Österreichs...eher aber war es ein Konglomerat aus allen Völkern die einstmals zu Österreich zugehört hatten : Tschechen, Ungarn , Serben , Kroaten , usw, usw....diese hatten keinerlei Bindungen zu Deutschland und daher gab es sogar einigen  Widerstand . Die "echten" Wiener allerdings , waren Nazis und oftmals noch brutaler , als man es aus Deutschland bisher kannte.
Um das zu illustrieren, erzähle ich kurz die Geschichte einer jungen Bekannten aus Wien. Ihr Vater war Jude, die Mutter Christin. Sie hatte einen kleinen Bruder, gerade mal 14 Jahre alt, der ins Wiener Gymnasium ging.
Der arme Junge hatte ein Hüftleiden und hinkte leicht. Er wurde nach der Schule auf dem Nachhauseweg von seinen Mitschülern totgepruegelt .
Keineswegs ein Einzelschicksal!
Obwohl die Österreicher bis heute gerne alle Schuld auf Deutschland abwälzen  so weiss ich doch ganz genau, dass die sogenannte österreichische Legion, das war die SA, die einen lachsroten Spiegel in ihren Mützen trug, zu den Bewachern in den KZs gehoerten.

Als wir nach Salzburg kamen, gab es auch gleich die erste Denunziation, die wir auch nicht abstreiten konnten, da sie von den Eheleuten Hinterhuber kam, die fast ein Vierteljahrhundert zuvor unsere Taufpaten gewesen waren!

Für meine Mutter war diese Situation etwas weniger bedrohlich als für mich, denn sie war mit einem Arier verheiratet, dessen Namen sie ja auch in ihren Dokumenten trug, aber ich war reinbluetiger Jude und nicht einmal adoptiert. Mein wirklicher Nachname war alles andere als "arisch"! So gab es für  mich nur noch einen Ausweg.
Flucht....



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