Mittlerweile gehoerte Opel ja dem General-Motors-Konzern und die Direktion des Betriebes bestand teilweise aus Amerikanern. Da mein Englisch recht gut war, wurde beschlossen, dass ich in Begleitung meiner Mutter hingehen sollte, um wegen der Vorstellung und dem Zweitwagen zu verhandeln. Wir fuhren also zu Opel und parkten direkt auf dem Fabrikhof. Es herrschte ziemlicher Betrieb, was uns aber nicht weiter kümmerte. Wir baten um ein Gespräch mit dem zuständigen Direktor für Werbung, ein Amerikaner. Er sah im Hof interessiert zu unserem bunten Wagen (um den inzwischen jede Menge Leute standen...) und wir fragten nach einem Zweitwagen für unsere "Welttournee" , und das der Wagen ja auch eine gute Werbung für GM wäre ...nach einem "Please, wait a moment", verschwand er für kurze Zeit aus dem Büro und liess uns einigermaßen verblüfft zurück, denn es war viel einfacher gelaufen als wir es uns erhofft hatten. Nach einiger Zeit kam er wieder zurück und wir hoerten : " You'll get your car!" ... Tatsächlich bekamen wir einen kleinen 4/20er Opel geschenkt.
Später kam dann wirklich noch ein dritter hinzu, für diesen mussten wir dann aber unseren Slogan "Mit Max & Moritz um die Welt" in "Im Opel um die Welt" , umändern.
Und Fredy musste nun auch den Führerschein machen, wer sollte sonst den zweiten Wagen fahren ?
Die Spielsaison ging zu Ende, denn wenn die ersten warmen Sonnentage kommen, wollen Kinder lieber im Freien toben, ins Theater bekommt man sie dann nicht mehr.
Wir fanden eine nette Pension in Königsstein im Taunus und kümmerten uns um die Schauspieler , die die Rollen von Max und Moritz übernehmen sollten. Bisher hatte meine Tante den Max und meine Mutter den Moritz gespielt, aber da wir nun in guten und grossen Häusern spielten war das nicht mehr möglich. In Frankfurt fanden wir was wir suchten; die erst 15 jährige Erika Quaiser , Tochter eines Mitglieds des Schauspielhauses, die bereits mit grossem Erfolg die Rolle der "Pünktchen" im Stück "Pünktchen und Anton" von Erich Kästner gespielt hatte , übernahm jetzt die Rolle des Moritz und ein sehr kleinwüchsiger junger Mann namens Karl Uhrig, übernahm die Rolle des Max . Beide blieben bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs bei unserer Bühne.
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| Erika Quaiser und Karl Uhrig , mit mir in der Mitte.... |
In den Sommern gaben wir unsere Gastspiele dann an der See und in den Kurorten und es hätte alles so schön sein können, wenn da nicht die Politik gewesen wäre...


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