Sonntag, 10. Februar 2013

12 . Kapitel : Wendungen...

Die Juden hatten schon oft unter verschiedensten Vertreibungen zu leiden. Die russischen und polnischen Pogrome sind bekannt. Die Bevölkerung Russlands und auch Polens war rückständig und arm und es kam immer wieder zu Aufständen   und die wirklich Schuldigen an der Misere wollten ihre Schuld keineswegs zugeben, so waren es die Juden , auf die sich aller Hass richtete. Juden durften in vielen Ländern kein Land besitzen. Wo es Zünfte und Gilden gab, durften sie die entsprechenden Berufe nicht ergreifen und nur die sogenannten  "freien" Berufe standen ihnen zur Verfügung  wie Anwälte , Ärzte oder Schauspieler.
Da sie keinen Landbesitz haben durften, kauften sie also mit ihrem ersparten Geld, Gold oder Edelsteine, je nach Besitz. Und das wiederum stach der einfachen Bevölkerung in die Augen. "Alle Juden sind reich", hiess es... "Die haben uns ausgesaugt", wurde ihnen gepredigt! Da niemand an seiner eigenen Not schuld sein will, waren es eben die Juden die an allem Schuld sein mussten... Leute die sich leichtfertig Geld bei einem Juden borgten, fanden es gar nicht gut, wenn sie es dann auch zurückzahlen mussten .
Dazu kam das auch die Kirche keinesfalls etwas gegen diese Ungerechtigkeit der Vorwürfe unternahm, obwohl gerade sie dazu die besten Möglichkeiten hatte .
Eine Volksmasse denkt nicht, sie wird gelenkt. Goebbels wusste und nutzte dieses Wissen auch , um genau das zu tun.

Goebbels bei einer seiner Hasstiraden...


In Deutschland wusste niemand von der "Rassenzugehörigkeit" meiner Mutter und mir. Wir waren nirgends ansässig und somit wurden wir auch nicht angefeindet . Aber Angst hatten wir dennoch. Und als Hitler, dieser aus Österreich eingebürgerte, einstige Gefreite gar Kanzler wurde , wurde die Sorge immer grösser! Schließlich erscheinen bei solchen Gelegenheiten immer sogenannte Denunzianten, von deren Existenz man nie auch nur die geringste Ahnung hatte...da meine Eltern aber doch endlich mal wieder einen festen Wohnsitz haben wollten, vom Hotel-Leben ermüdet,  und es uns Deutschland nicht mehr geheuer war, dachten wir an unsere Heimat, Salzburg in Österreich.....Richtungswechsel war wieder einmal angesagt!





** Anmerkung:

Mein Vater und seine Mutter haben während der ganzen Judenverfolgung niemals den "Davidsstern" benutzt, obwohl das eine Vorschrift war...beide waren aber der Ansicht, das Regeln dazu gut sind, gebrochen zu werden!
So passierte es ihnen aber auch einmal, das sie bei einer Durchfahrt durch eine Stadt, von einem jüdischen Bekannten , wiedererkannt wurden ...dieser rannte, als er sie sah, händeringend hinter ihrem Auto her, und brüllte dabei unablässig --" Warum tragt ihr den Stern nicht??? Warum tragt ihr den Stern nicht???"
Ein gefährlicher Moment, der die sofortige Flucht beider aus dieser Stadt zur Folge hatte....

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