Während Salzburg kaum Kriegsschäden hatte, war München größtenteils zerstört worden. Nur die Innenstadt und das schöne Rathaus stand noch.
Ich fuhr weiter nach Nürnberg, dort war ich zum letzten Mal in der Reichspogromnacht gewesen. Ich hatte gelesen, das Nürnberg schweren Bombardierungen ausgesetzt worden war...
Als ich am Bahnhof ankam, fielen mir zuerst grosse Scharen von Kindern auf. Die ganze Bahnhofshalle war voll von ihnen.
Diese Kinder hatten allesamt ihre Eltern auf der Flucht verloren und wussten nicht wohin sie gehen sollten. Einige klammerten sich an mich und baten darum mitgenommen zu werden...es war ein tieftrauriges Erlebnis! Diese kleinen Menschen waren ohne Schuld.
Ich trat aus dem Bahnhof heraus und mir bot sich ein sehr eigenartiger Anblick.
Bekanntlich ist ja die historische Innenstadt Nürnbergs von einer Mauer umschlossen. Ich trat bis an die Mauer heran und konnte ohne jedwedes Hindernis bis auf die andere Seite des Mauerrings sehen. Es war alles dem Erdboden gleichgemacht!
Nürnberg war die Stadt der Reichsparteitage, der Nürnberger Gesetze, des Julius Streicher ( Herausgeber des Schundblattes "Der Stürmer")....dennoch war diese Zerstörung reiner Terror und hatte mit Kriegsgeschehen kaum noch etwas zu tun .
Zu dieser Zeit fanden auch die Nürnberger-Prozesse statt , bei denen ich lieber ein neutrales Land auf dem Richterstuhl gesehen hätte! Amerika als eine der Kriegsparteien hätte dies nie übernehmen dürfen!
Das einzig Gute bei meinem Besuch in dieser Stadt, war das Wiedersehen mit meiner Cousine Margot .
Nachdem was ich bis jetzt von Deutschland gesehen hatte, beschloss ich wieder nach Brasilien zurückzukehren, denn meiner Einschätzung nach, würde es mindestens 50 Jahre brauchen bis in Deutschland wieder ein normales Leben möglich sein wäre. Und so lange konnte ich nicht warten.


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