Sonntag, 10. Februar 2013

5. Kapitel : Leipzig und Berlin...

Trotz der festen Anstellung in Teplitz-Schönau, bemerkten wir doch die Auswirkungen der schlechten Lebenslage in Österreich und Deutschland , und steckten ebenfalls in finanziellen Schwierigkeiten, da alles immer teurer wurde, aber die Gagen sich nicht erhöhten. Es reichte jetzt oftmals kaum noch für Essen und Miete.
Es kam zur ersten Auseinandersetzung zwischen meinem Stiefvater und der Vermieterin , die nicht gelten lassen wollte, das sein Sohn etwas zu essen brauchte und sie deshalb noch auf ihre Miete warten sollte....sie meinte daraufhin lapidar "Erst meine Miete, dann das Brot auf den Tisch !" -
Er schmiss sie aus der Wohnung !!

Nach Weihnachten , bei dem wir aus Geldmangel eine kleine Tanne aus dem Stadtpark stahlen , um wenigstens etwas Weihnachtsstimmung im Hause zu haben ( es war der schönste Weihnachtsbaum den wir je hatten!) , zogen wir nach Leipzig. Mein Stiefvater hatte dort an das Schauspielhaus einen guten Vertrag bekommen und wir konnten nun drei Jahre am Stueck in Leipzig bleiben , was mir wiederum eine regelmaessige Schulzeit einbrachte.
Nach dem Engagement in Leipzig, ging es nach Berlin , dort war es schwer eine gute Anstellung zu bekommen, aber es gab ein kurzes Gastspiel bei Max Reinhardt...


bei dem mein Stiefvater den "Weibsteufel" kreierte, der dann ueber 100 mal aufgeführt wurde. Er wurde bekannt durch einen "Schuhplattler" in diesem Stueck,  der in Berlin glänzend ankam.
Ich war nunmehr 16 Jahre alt, ging ins Falk'sche Realgymnasium in dem ich bis zum Ende meiner Schulzeit blieb. 
Engagements gab es keine mehr.

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