Sonntag, 10. Februar 2013

7. Kapitel : Die Entstehung der Max & Moritzbühne...

Meine Eltern hatten einen Traum...

Nachdem es einfach keine Engagements gab und Fredy für jede Art von kaufmännischer Arbeit untauglich war , blieb uns nur die Möglichkeit der Selbstständigkeit.

Fredy mit unserer Schäferhündin "Vorschuss", damals noch ein kleiner Welpe....


Man müsste, so sagte meine Mutter : ein Auto haben, mit einem Aufbau oben, Kulissen die auf diesem Aufbau Platz hätten, dann müsste man Märchen einstudieren , damit  durch die Ortschaften fahren und Kindervorstellungen geben!
Es gab einigen Diskussionen darüber, welche Geschichte man denn am besten einstudieren könnte ..und das Stück, dass das ganze Jahr über gut laufen würde war einstimmig die Geschichte "Max & Moritz", von Wilhelm Busch.

Das erste Plakat der Max &  Mortizbühne



gute Theaterkritiken braucht man!


Dazu muss folgendes erklaert werden. Max und Moritz gehoerte dem Verlag Braun & Schneider, und wenn man das Stueck spielen wollte, musste man natürlich Tantiemen zahlen. Fredy kannte aber einen Verwandten von Wilhelm Busch, der ebenfalls ein "Max & Moritz" geschrieben hatte, allerdings in Prosa und dies gehoerte dem Verlag Kuehling & Guenther. Das Stueck war nie aufgeführt worden und wir bekamen es auf Lebenszeit für nur 100 Mark, mit der Genehmigung es zu bearbeiten.



Jetzt fehlte nur noch eine Sache....woher einen Wagen nehmen?
Wenn man ein Auto nicht bar bezahlen konnte, was bei uns ja der Fall war, musste man einen Buergen haben, mit Hausbesitz. Wir kannten in Berlin niemanden der diese Bedingung erfüllen konnte.
Eines Tages ging Fredy ins "Romanische Café" (genau dort wo er ja auch meine Mutter kennengelernt hatte!)  und traf dort einen guten Bekannten, den Korvettenkapitän Lamprecht aus Stettin. Dieser konnte sich nicht erklaeren warum eine solche "Lappalie", einen Buergen zufinden, uns Sorgen machte...er sei doch schliesslich sofort bereit eine Buergschaft zu uebernehmen....so kamen wir das letztendlich doch noch zu unserem ersehnten ersten Auto, einem 10/40er Opel.

Unsere Buehnen -und Propaganda Fahrzeuge!



Jetzt brauchten wir nur noch die Kulissen. Der Wagen bekam einen Aufbau, den man mit einer Plane verschließen konnte. Einige Kostüme wurden angefertigt, die meisten hatten wir aber schon. Die Beschaffung der Requisiten machte allerdings dann doch einige Mühe .. Fredy kannte aus dem "Romanisches Café" einen Maler, ein echter Bohemien, der nach dem Versprechen einiger Alkoholika sich dazu bereiterklärte  die Max & Moritzbilder naturgetreu auf das Auto zu malen. Er machte es meisterhaft!

Und somit gings dann auf zur ersten Fahrt durch Gross- Berlin....

1 Kommentar:

  1. Ich bitte um Kontakt bezügl. der Max-und-Moritz-Bühne
    Viele Grüße
    Gudrun Frommhage
    Museumsleitung Wilhelm-Busch-Geburtshaus

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